„Ich bin so begeistert, wie mächtig Gott in Algerien wirkt. Du hast vielleicht schon von der Erweckung gehört. Du hast vielleicht schon von den Menschen gehört, die Christen werden ... Aber wenn du alleine bist und nur auf dich selbst sieht, dann beginnst du dich zu erinnern, wie mächtig Gott ist", sagt Hee Tee. 1988 kehrten sie und ihr Mann Youssef, der Leiter von OM in Algerien, in sein Heimatland zurück, um dort eine Gemeindegründung und Jüngerschaftstraining zu starten.

Jetzt, da die Kirchen voll sind und Tausende zum Glauben gekommen sind, erkennen die beiden ein neues Bedürfnis: Die Christen in Algerien wissen von Jesus, aber über Mission wissen sie nichts.

Algerians for Missions (Algerier für die Mission), heißt der neue Arbeitsbereich von Youssef und Hee Tee. Ziel dabei ist, dass 1000 Algerier bis zum Jahr 2025 in die Mission – nach Algerien selbst und in die ganze Welt – gesendet werden. Bis Ende 2018, so erklärt Youssef, haben schon 130 Algerier bei missionarischen Kurzeinsätzen teilgenommen.

Um diesen Prozess zu erleichtern, haben Youssef und Hee Tee den Bau eines neuen Missionsausbilungszentrums – die Timothy-Missionsschule – befürwortet, finanziert und geleitet. „Dieses Gebäude ist meines Wissens nach das erste im gesamten Nahen Osten und Nordafrika, in dem Christen mit muslimischem Hintergrund ausgebildet und in Mission gesendet werden“, berichtet Youssef.

Im Dezember 2017 haben sie das Gebäude eingeweiht und sofort in Betrieb genommen. „Als wir das Missionsgebäude fertiggestellt haben, luden wir alle Bauarbeiter ein“, erzählt Youssef. „Es waren Muslime und Christen und wir erzählten ihnen vom Evangelium. Jetzt wollen einige von ihnen in die Gemeinde kommen.“

Mit 18 Zimmern und drei Appartements bietet das Gebäude Platz für etwa 72 Schüler. Obwohl noch Wände gestrichen, Böden gefliest, Heizungs- und Gasanschlüsse fertiggestellt und der Garten angelegt werden müssen, wurde der Ort bereits zum Segen für die Umgebung. Während der Woche kommen Menschen regelmäßig zum Gebet und zur Seelsorge. Freitags gibt es immer eine Gebets- und Fastenzeit. „Gebet und Befreiung sind hier ein riesiger Dienst. Die Menschen hier haben verschiedene Hintergründe, manche haben Schwierigkeiten in den Beziehungen zu ihren Eltern, Familien, alle möglichen Dinge“, erklärt Youssef. „Eines der größten Bedürfnisse ist es, einen sicheren Ort zu haben, zu dem die Menschen kommen und sicher sein können, dass Vertrauen da ist. Durch Gottes Gnade bauen wir diesen Ort hier auf."

Zwischen Juni und August können Gemeinden aus ganz Algerien das Gebäude mieten – für Sommercamps, Seminare und Freizeiten. Das ist ein großer Vorteil für alle, die bisher darum kämpften, Orte zu finden, die an Christen vermietet werden dürfen.

Die Entwicklung einer einheimischen Missionsschule war nicht nur strategisch, sondern auch notwendig. „Es ist sehr schwierig, für Algerien ein Visum zu bekommen“, führt Youssef aus. „Es ist auch schwer, hierherzukommen und als Missionar zu bleiben. Also müssen wir mit den Einheimischen zusammenarbeiten.“

Die erste Klasse mit neun Schülern absolvierte bereits im Juni 2018 die Timothy-Missionsschule. Ihnen folgte eine zweite Runde mit sechs Vollzeitschülern. Es ist auch möglich, nur teilweise am Unterricht teilzunehmen und so werden zeitweise 15 Personen unterrichtet.

„Wir haben großes Potenzial, das verbreitet werden muss“, ist sich Youssef sicher. „Ich glaube, dass wir in die Phase kommen, in der wir ernsthaft Teams praktisch darauf vorbereiten, zu gehen.“

Im Jahr 2019 bereiten sich algerische Kurzeinsatzteams darauf vor, in Länder wie Mauretanien, Tunesien, den Libanon und Niger zu reisen. Mehrere Mitarbeiter werden auch nach Tunesien ausreisen, um dort langfristig zu arbeiten. Ein algerischer Christ hat sich dem Praktikumsprogramm von OM im Nahen Osten angeschlossen, das die Teilnehmer ausrüstet, die am wenigsten erreichten Gebiete der Welt zu erreichen – darunter auch den Libanon, Jordanien, Syrien und den Irak. Zwei Missionsorganisationen möchten Algerien besuchen, um zehn Algerien für ihre Arbeit im Nahen Osten zu gewinnen.

„Gott hat wahrhaftig einen besonderen Plan für die algerische Gemeinde und er fügt alle Puzzleteile zusammen, um seinen Plan zu erfüllen“, sagt Hee Tee.

Danken Sie Gott für die vielen offenen Türen in Algerien für Mission. Bitte beten Sie, dass er finanzielle Möglichkeiten für die Timothy-Missionsschule und die algerischen Geschwister, die sich auf den Missionsdienst vorbereiten, zur Verfügung stellt.

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